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12.12.2018 Topnews, Presse

Die Erfolgsgeschicht stolz präsentiert


(Aachener Zeitung v. 11.12.2018-Ute Steinbusch)

Baesweiler Unternehmen demonstrieren ihre Leistungsstärke beim 18. BioTec-Meeting im Rahmen einer Ausstellung

Wo heute mehrere Biotechnologie-Firmen erfolgreich ihren Geschäften nachgehen, hat sich der erste Beamte der Stadt einst vergeblich bemüht, Mitinvestoren für ein neu zu schaffendes Gründerzentrum zu werben. Damals, so rief Bürgermeister Willi Linkens den anwesenden Biotech-Experten beim 18. Baesweiler „Biotec Meeting“ in Erinnerung, sei er bei IHK, bei Agit und anderen Institutionen vorstellig geworden, ob sie bereit wären, eintausend Euro für eine GmbH aufzuwenden, die das künftige Gründerzentrum führen sollte. Er erhielt lediglich Absagen.

Baesweiler realisierte sein Gründerzentrum, das heutige „its“, dennoch, und heute ist es Kern eines Gewerbegebietes, in dem zahlreiche Menschen Arbeit finden. „Das war damals nicht absehbar, denn der EBV hatte ja alles darangesetzt, konkurrierende Arbeitgeber zu verdrängen. Deshalb war die Situation nach dem abrupten Ende der Kohle dramatisch“, schilderte Linkens. An einen gesunden Branchenmix war damals also zunächst nicht zu denken, geschweige denn an Biotechnologie. Doch heute hat Baesweiler bereits eine gute Tradition, das Baesweiler „Biotech Meeting“ fand nun zum 18. Mal statt, wie immer mit Unterstützung der ansässigen Unternehmen.

Da ist zum Beispiel die aquila Biolabs GmbH, deren Geschäftsführer Daniel Grünes berichtete, wie die Finanzierung der jungen Firma in ihren ersten Jahren vonstatten ging. Markus Krückemeier von der S-UBG, Finanzpartner des Unternehmens, ergänzte Grünes’ Ausführungen aus der Sicht des Investors, und machte gleich klar: „Für uns zählt natürlich nur die Finanzseite. Andere Faktoren wie die Zahl der Arbeitsplätze mögen für die örtliche Wirtschaftsförderung erste Priorität haben, bei uns sind es die Aussichten, einen erfolgreichen Exit zu schaffen.“ Mit dem „Exit“ meinte er die Aussichten des Investors, seine Einlage mit relevantem Gewinn innerhalb eines sinnvollen Zeitraums zurückzuerhalten. Zunächst in Aachen gegründet, zog Aquila Biolabs schon kurz später nach Baesweiler – sicher auch weil man die Standortfaktoren zu schätzen wusste. Mit einem Frühphaseninvestment in siebenstelliger Höhe konnte das Unternehmen ab Ende 2015 seine innovativen Laborgeräte entwickeln und nachhaltige Kundenkontakte aufbauen.

Da ist zum Beispiel Perkin Elmer, ein Global Player, der vor wenigen Jahren die Baesweiler chemagen AG gekauft hatte. Man entschied sich dafür, den Standort bestehen zu lassen und mit Dr. Lothar à Brassard auch den Firmengründer und Vorstand weiterhin in federführender Verantwortung zu belassen. Gut für die Mitarbeiter am Standort, die nicht im Zuge der Akquisition vor die Frage gestellt wurden: mitgehen oder neuen Job suchen.

Auch NRW-Clustermanager Dr. Bernward Garthoff befand, dass Baesweiler für junge und innovative Unternehmen seinen Reiz hat, nicht zuletzt aufgrund der aktiven Wirtschaftsförderungsbemühungen von Bürgermeister Linkens und seinem Team, allen voran „its“-Geschäftsführer Dirk Pfeifferling.

Das „Biotec-Meeting“ war diesmal erstmalig flankiert von einer Industrieausstellung auf zwei Ebenen, die auch ein besonderer Gast aus Düsseldorf in Augenschein nahm: Der für Innovation und Märkte im NRW-Wirtschaftsministerium zuständige Ministerialdirigent Karl-Uwe Bütof nahm in Vertretung von Minister Andreas Pinkwart teil und ließ sich von Bernward Garthoff durch die Ausstellung führen.